Aktenvernichter fürs Homeoffice: Sicherheitsstufe P-4 und mehr

Wer zu Hause mit Kundendaten, Personalunterlagen oder Gesundheitsdaten arbeitet, darf Ausdrucke nicht einfach ins Altpapier geben. Welche Sicherheitsstufe Sie brauchen und welches Gerät dazu passt.

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Aktenvernichter mit Partikelschnitt neben einem Schreibtisch

Im Büro steht der Aktenvernichter im Flur oder ein verschlossener Datenschutzbehälter in der Ecke. Im Homeoffice fehlt beides. Ausdrucke mit Kundennamen, Personalnummern oder Kontodaten landen dann schnell im Papierkorb, und damit im Altpapier. Ein kleiner Aktenvernichter neben dem Schreibtisch löst das Problem und passt in jede Wohnung. Entscheidend ist die richtige Sicherheitsstufe.

Sicherheitsstufen nach DIN 66399

Mit Einführung der Datenschutz-Grundverordnung wird die DIN 66399 in Deutschland für die Sicherheitsstufen bei der Aktenvernichtung angewandt. Für Papier sind die Stufen mit P gekennzeichnet. Je höher die Zahl, desto kleiner die Schnipsel.

StufePartikelgrößeGeeignet für
P-2 / P-3Streifen oder grobe Partikelallgemeines und internes Schriftgut
P-4höchstens 160 mm², Breite bis 6 mmpersonenbezogene Daten, die übliche Wahl
P-5höchstens 30 mm², Breite bis 2 mmsensible Daten wie Personal- oder Gesundheitsakten
P-6 / P-7höchstens 10 mm² und kleinerstreng vertrauliche Unterlagen

Für das Homeoffice ist P-4 die Standardempfehlung. Ein A4-Blatt wird dabei in mindestens 420 Teile zerlegt, typisch sind Partikel von 4 × 35 Millimetern. Arbeiten Sie mit besonders schutzbedürftigen Daten, lohnt sich P-5. Ein Streifenschnitt reicht für dienstliche Unterlagen in der Regel nicht aus, denn Streifen lassen sich zusammensetzen.

Wie viele Blatt brauchen Sie?

Die Blattzahl gibt an, wie viele Seiten das Gerät auf einmal schneidet. Für das Homeoffice reichen 6 bis 12 Blatt. Mehr Kapazität bedeutet größere Geräte, mehr Gewicht und mehr Lautstärke. Wichtiger ist die Laufzeit: Günstige Geräte müssen nach wenigen Minuten abkühlen. Wer gelegentlich einen Stapel alter Unterlagen schreddert, achtet auf eine Dauerlaufzeit von 15 Minuten und mehr.

Auto-Feed: der Stapel schreddert sich selbst

Bei Geräten mit automatischem Einzug legen Sie einen Stapel von 50 bis 150 Blatt in ein Fach, schließen den Deckel und gehen. Das Gerät zieht Blatt für Blatt ein, Büroklammern und Heftklammern verträgt es meist. Das lohnt sich, wenn regelmäßig viel Papier anfällt, etwa bei Selbstständigen mit Belegen. Für einzelne Ausdrucke pro Woche ist ein einfaches Gerät praktischer.

Worauf Sie sonst achten sollten

  • Lautstärke – Partikelschnitt ist lauter als Streifenschnitt. Im Wohnraum sind Geräte unter 60 Dezibel angenehmer.
  • Behältervolumen – 15 bis 20 Liter reichen für die meisten Homeoffices, der Behälter sollte sich herausziehen lassen.
  • Sicherheit – Ein Sicherheitsschalter stoppt das Schneidwerk, wenn der Kopf abgenommen wird. Wichtig, wenn Kinder im Haushalt sind.
  • Rücklauf – Bei Papierstau hilft eine Rücklauftaste, das Blatt wieder herauszufahren.
  • Ölen – Partikelschneider brauchen gelegentlich Schneidwerköl oder Ölblätter, damit sie leise und kraftvoll bleiben.

Modelle nach Bedarf

  • Gelegentlich, um 40 bis 60 Euro – Der bonsaii mit 8 Blatt, der HP OneShred 8CC und der BONSEN mit 12 Blatt schneiden nach P-4 und passen unter jeden Schreibtisch.
  • Regelmäßig, um 75 bis 115 Euro – Leitz IQ und HSM shredstar X6pro sind solide verarbeitet. Der Hama-Aktenvernichter erreicht P-5 und ist für sensible Daten gedacht.
  • Viel Papier, ab etwa 120 Euro – Mit Auto-Feed nehmen bonsaii (100 Blatt) und Leitz IQ Autofeed Small Office (50 Blatt) die Arbeit ab.

Datenschutz im Homeoffice

Der Aktenvernichter ist ein Baustein, nicht die ganze Lösung. Unterlagen sollten zu Hause so liegen, dass Mitbewohner und Besuch sie nicht lesen. Ein abschließbarer Rollcontainer oder ein Schrank hilft, und der Bildschirm sperrt sich beim Verlassen des Platzes. Welche Regeln für das Arbeiten zu Hause gelten, beschreibt der Beitrag Homeoffice: Regeln und Gesetze. Wer viel druckt, findet passende Geräte unter Drucker und Scanner. Wer Belege lieber gleich digital ablegt, spart sich einen Teil des Schredderns: Mit einem Dokumentenscanner und sicherem Cloud-Speicher oder Backup bleibt weniger Papier übrig.

Klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, ob er einen Aktenvernichter stellt oder die Kosten übernimmt. Selbstständige können das Gerät als Arbeitsmittel absetzen.

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Häufige Fragen

Welche Sicherheitsstufe brauche ich im Homeoffice?
Für Unterlagen mit personenbezogenen Daten wie Namen, Adressen oder Kontonummern ist P-4 die übliche Wahl. Für besonders schutzbedürftige Daten, etwa Gesundheits- oder Personalakten, empfiehlt sich P-5. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Arbeitgeber nach, welche Stufe er vorgibt.
Darf ich dienstliche Unterlagen zu Hause im Altpapier entsorgen?
Unterlagen mit personenbezogenen oder vertraulichen Daten gehören nicht ungeschreddert ins Altpapier. Viele Arbeitgeber regeln das in einer Homeoffice-Vereinbarung, entweder mit einem Aktenvernichter zu Hause oder mit der Rückgabe der Unterlagen im Büro.
Kann ein Aktenvernichter auch Kreditkarten und CDs zerkleinern?
Viele Geräte haben einen eigenen Schlitz für Karten, manche auch für CDs. Achten Sie auf die Angaben des Herstellers, denn diese Materialien haben eigene Sicherheitsstufen und belasten das Schneidwerk stärker.

Quellen

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