Bürostuhl fürs Homeoffice: worauf es beim ergonomischen Sitzen ankommt

Auf dem Bürostuhl verbringen Sie mehr Zeit als auf jedem anderen Möbel. Welche Einstellungen er haben sollte, was eine Synchronmechanik bringt und welche Preisklasse zu Ihrem Arbeitstag passt.

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Ergonomischer Bürostuhl mit Netzrücken am Schreibtisch

Der Bürostuhl ist das Möbel, auf dem Sie im Homeoffice die meisten Stunden verbringen. Ein Küchenstuhl reicht für einen Tag, nicht für eine Arbeitswoche. Der Unterschied liegt in den Einstellungen: Ein Bürostuhl ist laut Wikipedia auf die Benutzung an Schreibtischen optimiert und aus Gründen der Ergonomie höhenverstellbar. Dazu kommen Lehne, Armlehnen und eine Mechanik, die Bewegung zulässt.

Die fünf Einstellungen, auf die es ankommt

EinstellungWozuWoran erkennen
SitzhöheFüße flach, Oberschenkel waagerechtGasfeder, großer Verstellbereich
Sitztiefezwei bis drei Finger Luft zwischen Kniekehle und Sitzkanteverschiebbare Sitzfläche
Lordosenstützestützt den unteren Rücken in seiner natürlichen Krümmungin Höhe und Tiefe verstellbar
ArmlehnenUnterarme entspannt auf Tischhöhehöhenverstellbar, besser auch in Breite und Tiefe
MechanikLehne geht beim Zurücklehnen mitWipp- oder Synchronmechanik mit Gewichtseinstellung

Die Sitzhöhe stellen Sie zuerst ein. Danach richten Sie den Tisch aus, nicht umgekehrt. Bei einem festen Tisch bleibt nur, den Stuhl auf Tischhöhe zu bringen und eine Fußstütze zu nutzen. Welche Werte zu Ihrer Körpergröße passen, zeigt der Ergonomie-Rechner.

Die Sitztiefe wird oft vergessen. Ist die Sitzfläche zu tief, drückt die Kante in die Kniekehlen, und Sie rutschen nach vorn, weg von der Lehne. Kleine Menschen sollten darauf besonders achten.

Bewegung statt Stillsitzen

Ein guter Stuhl hält Sie nicht fest, sondern bewegt sich mit. Bei der Synchronmechanik neigen sich Sitz und Lehne im festen Verhältnis, wenn Sie sich zurücklehnen. So bleibt der Rücken an der Lehne, und das Becken kippt nicht. Die Wikipedia nennt das als Merkmal eines ergonomischen Arbeitsplatzes: Der Stuhl besitzt eine Wippmechanik und ermöglicht „aktives sitzen“. Wichtig ist die Einstellung des Gegendrucks auf Ihr Körpergewicht, sonst kippen Sie zu leicht nach hinten oder die Lehne bleibt starr.

Preisklassen

  • Bis etwa 80 Euro: Stühle wie der SONGMICS mit klappbaren Armlehnen oder Modelle von Daccormax haben Höhenverstellung und eine einfache Wippe. Für gelegentliche Homeoffice-Tage ausreichend, für den Vollzeitplatz meist zu wenig verstellbar.
  • 130 bis 170 Euro: SIHOO B100, CLOUVOU BrightSeat und HOLLUDLE bringen verstellbare Lendenstützen, 3D-Armlehnen und Netzrücken. Für viele die vernünftige Klasse für den täglichen Einsatz.
  • 200 bis 300 Euro: Yaasa Chair Plus, ofinto Ergo und Ergotopia PureBack bieten Synchronmechanik, Sitztiefenverstellung und solidere Verarbeitung. Wer acht Stunden am Tag sitzt, spürt den Unterschied.

Und der Kniestuhl?

Ein Kniestuhl hat keine Rückenlehne, Sie sitzen leicht nach vorn geneigt und stützen sich mit den Schienbeinen ab. Das richtet das Becken auf und fördert eine aufrechte Haltung. Für einen ganzen Arbeitstag ist er für die meisten zu anstrengend, als Abwechslung für eine Stunde am Vormittag kann er sinnvoll sein. Der HOMASIS-Kniestuhl hat Rollen und lässt sich in der Höhe einstellen.

Was der beste Stuhl nicht ausgleicht

Auch der teuerste Stuhl hilft wenig, wenn der Bildschirm zu tief steht oder der Tisch zu hoch ist. Bringen Sie den Monitor auf Augenhöhe, beim Laptop mit einem Laptopständer. Wer zwischen Sitzen und Stehen wechseln möchte, kombiniert den Stuhl mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch. Für Steharbeit und kurze Wechsel ist ein Schreibtisch-Aufsatz die günstigere Alternative.

Achten Sie beim Kauf auf das angegebene Höchstgewicht und auf Rollen, die zu Ihrem Boden passen: harte Rollen für Teppich, weiche für Parkett und Fliesen. Eine Bodenschutzmatte schützt empfindliche Böden zusätzlich. Fragen Sie vor dem Kauf beim Arbeitgeber nach: Ein überlassener Stuhl ist steuerlich anders zu behandeln als Geld für einen Stuhl, mehr dazu im Beitrag zum Homeoffice-Zuschuss.

Den Stuhl richtig einstellen

Nehmen Sie sich nach dem Aufbau zehn Minuten Zeit, denn ein falsch eingestellter teurer Stuhl ist schlechter als ein richtig eingestellter günstiger. Setzen Sie sich ganz nach hinten, sodass das Becken die Lehne berührt. Stellen Sie die Höhe ein, dann die Sitztiefe, danach die Lordosenstütze auf Höhe des Gürtels. Zum Schluss kommen Armlehnen und Gegendruck der Mechanik. Prüfen Sie die Einstellung nach ein paar Tagen erneut, oft fühlt sich eine etwas andere Position auf Dauer besser an.

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Häufige Fragen

Wie viel sollte ein guter Bürostuhl kosten?
Für tägliche Arbeit sind Stühle zwischen 130 und 300 Euro eine solide Klasse. Sie bieten meist eine verstellbare Lordosenstütze, gute Armlehnen und eine Wippmechanik. Günstigere Modelle reichen für gelegentliche Homeoffice-Tage.
Netzrücken oder Polster?
Netzrücken sind luftdurchlässig und angenehm im Sommer, geben aber je nach Spannung mehr oder weniger Halt. Gepolsterte Lehnen fühlen sich weicher an und halten wärmer. Wichtiger als das Material ist, dass die Lehne Ihren unteren Rücken stützt.
Ist ein Gaming-Stuhl für das Homeoffice geeignet?
Gaming-Stühle sehen sportlich aus, haben aber oft feste Seitenwangen und wenig Einstellmöglichkeiten für Sitztiefe und Lordose. Für lange Arbeitstage ist ein klassischer ergonomischer Bürostuhl meist die bessere Wahl.

Quellen

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